Trotz Mini-Krise an den Börsen den Verlust stets im Griff

Ich habe es Dir in meinem letztem Beitrag ja schon gesagt „Zerschieß bitte Dein Trading-Konto nicht“. Dazu gab es ein paar Tipps an die Hand, wie man gescheites Risiko- und Stopp-Management angehen könnte und jetzt möchte ich Dir noch zeigen, wie das Ganze im praktischen Trading aussieht. Denn bevor die Börsen die zuletzt gesehene Talfahrt antraten, habe ich bekanntlich Long-Trades für NASDAQ-Aktien thematisiert.

Vor ziemlich genau zwei Wochen sah die Börsenwelt noch in Ordnung aus, zumindest im NASDAQ-Index. Denn der DAX war zu diesem Zeitpunkt schon viele Wochen schwach auf der Brust und auch der S&P 500 war bereits angezählt.

Dennoch: Die NASDAQ befand sich markttechnisch im Aufwärtstrend, war zudem der stabilste Index und das Screening von besonders starken NASDAQ-Aktien lief auf Hochtouren. (Nachzulesen hier: „Erhöhe Deine Aussicht auf überdurchschnittliche Trading-Gewinne“).

Wenn Du meine Artikel verfolgst, erinnerst Du Dich bestimmt an die drei Long-Kandidaten – Western Digital Corportation, Lam Research Corporation und Illumina – die damals wirklich aussichtsreich aussahen. Gemäß meinem markttechnischem Regelwerk verlief alles tipptopp, lediglich das Einstiegs-Setup musste sich noch bilden.

Bei Lam Research gab es nach Markttechnik nie ein entsprechendes Einstiegsmuster im Swingtrading (also Tag/Stunden-Trading). Bei Western Digital und bei Illumina war ein Einstieg auf dem Stunden-Chart gemäß markttechnischem Regelwerk hingegen durchaus denkbar. Western Digital hätte immerhin ein Mini-Gewinn zustande gebracht, Illumina hingegen wäre ein Verlierer gewesen. Deshalb passt diese Aktie gut, um aufzuzeigen, wie wichtig Risiko- und Moneymanagement sind.

ILMN-Trades

ILMN-Trades

Illumina-Trade in der Übersicht

Auf dem Stundenchart findest Du eine Markierung, nach der rein markttechnische Trader eine Kauf-Order in den Markt hätten legen können. Obwohl, der Chart, wenn wir mal ganz ehrlich sind, schon da nicht mehr ganz so schick für einen Long-Einstieg aussah. Den sinnvollen Stop-Loss am damals letzten Zwischentief kannst Du auf dem Chart ebenfalls erkennen. Das zu erwartende Risiko je Aktie lag bei rund 1,7%.

Sowohl das Risiko, als auch die Chance sind direkt mit Einstieg klar definiert (ich möchte immer mindestens das doppelte meines Risikos aus dem Markt ziehen, besser noch ein Vielfaches davon).

Rendite

Mit dem Beginn des Abverkaufs in Illumina rettete dieser Stop den Trader vor einem höheren unkalkulierbarem Verlust. Denn die Aktie fiel seither weitere 7%. Wenn Du ohne Sicherheitsnetz arbeitest und das Prinzip Hoffnung bei Fehl-Trades regiert („Hoffentlich kommt der Kurs zurück auf Einstand“ oder ähnliche Gedankengänge), dann endet das auf lange Sicht unweigerlich mit großen Schmerzen.

Fehl-Trades gehören zum Geschäft dazu und werden sich niemals vermeiden lassen. Jeder Trader muss wieder und wieder mit den Tücken der Psyche kämpfen und weiterhin diszipliniert zu Werke gehen. Folge Deinem Handelsplan, analysiere Deine Trades und vor allen Dingen:

Halte Dich mit Deinen Trades an Dein Risikomanagement und bleib im Spiel.

Jeder der mein Coaching-Programm „Finanzielle Freiheit“ kennt, weiß, dass ich diese Trades aufgrund einer zusätzlichen Schutzfunktion ohnehin nicht eingegangen bin – weder den Gewinn-Trade auf Western Digital, noch den Verlust-Trade auf Illumina. Aber Trader, die einen Einstieg ohne diese Sonderregel, rein nach Theorie der Markttechnik eingegangen sind, wären an dieser Stelle in einem recht ungünstigen Moment in den Markt gekommen.

Und wenn diese Trader ihr Risiko- und Moneymanagement ebenfalls an die Markttechnik anlehnen, dann dürfte das Trading-Konto zu keinem Zeitpunkt unter Druck geraten sein. Denn die Stop-Loss-Marke dürfte eng platziert gewesen sein und keinen größeren Verluste zugelassen.

Falls Du Swingtrader bist und in der momentanen Marktlage Schwierigkeiten hast, ist das vollkommen normal. Im Tag/Stunden-Handel ist gerade viel Geduld gefragt.

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Trading.


Dein Mario Lüddemann

Rendite